Suche
Close this search box.
Suche
15. September 2023

Ein „Tag der Schiene“ reicht nicht – dringend erforderlich ist ein viel weitgehender Ausbau der Bahninfrastruktur

Zum Tag der Schiene 2023 erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Der Ausbau der Schieneninfrastruktur ist von allen gewollt und er wird dringend gebraucht – für den Personen- und vor allem den Güterverkehr. Wir unterstützen deshalb jeden guten Vorschlag für die Wiederherstellung eines leistungsfähigen Schienennetzes. Die schnelle Einführung des 49-Euro-Tickets war deshalb zunächst vordergründig ein Geschenk an die Klientel in den Großstädten. Prinzipiell ist dagegen nichts einzuwenden, nur die Reihenfolge ist falsch: erst der Ausbau der Infrastruktur, dazu die Anschaffung der erforderlichen Fahrzeuge und die Sicherstellung des personellen Bedarfes für die Betreibung des Systems Bahn. Dem kann sich das Marketing anschließen, nicht umgekehrt, sonst erzeugt man nur Enttäuschungen.

Wir sehen Handlungsbedarf auch und insbesondere in Sachsen. Wir hatten die erste deutsche Ferneisenbahn zwischen Leipzig und Dresden vor fast zweihundert Jahren und waren in der Folgezeit Benchmark für Deutschland. Heute sind wir das nicht. Wir unterstützen die Neubaustrecke nach Prag. Mindestens so wichtig sind jedoch weitere Maßnahmen, wie u. a.:

  • Die Wiederherstellung einer durchgehend zweigleisigen modernen Verbindung zwischen Leipzig und Chemnitz, die seit dem Ende des zweiten Weltkriegs fehlt. Das vorgelegte Projekt mit noch eingleisigen Restabschnitten ist völlig indiskutabel und nicht ausreichend, wie man in manchen Amtsstuben den Bürgern und der Wirtschaft zumuten will.
  • Der Ausbau der Strecke zwischen Dresden und der Staatsgrenze nach Polen, um vor allem den LKW-Verkehr von der A 4 teilweise wegzubekommen.
  • Die Ertüchtigung der Mitte-Deutschland-Verbindung über Thüringen bis ins Ruhrgebiet.
  • Der Ausbau der Infrastruktur für eine hochleistungsfähige S-Bahn-Verbindung von Dresden über Kamenz nach Hoyerswerda. Das wäre eine sehr konkrete und jetzt notwendige Maßnahme für den Strukturprozess in der Lausitz.

Ein Tag der Schiene reicht nicht aus. Es müssen viele folgen – und zum Alltag und damit Teil einer verfügbaren Hochleistungsinfrastruktur werden. Das ist eine Aufgabe für die Bundesregierung und die Deutsche Bahn, aber auch die Landesregierung. Hier muss mehr geschehen.“