Suche
Close this search box.
Suche
4. März 2024

Zwei Jahre Krieg in der Ukraine: Überblick Exporte & Importe

Als Exportmarkt ist die Ukraine in der Gesamtschau vergleichsweise unbedeutend für die sächsische Wirtschaft. Von den Ausfuhren Sachsens in Höhe von 49,7 Mrd. EUR im Jahre 2023 gingen lediglich 125 Mio. EUR in die Ukraine. Damit rangiert sie auf Rang 42 der wichtigsten Exportmärkte, konnte aber zumindest wieder an das Vor-Kriegs-Niveau anknüpfen (2021: 123 Mio. EUR, Rang 42). Im Jahr des russischen Angriffs waren die sächsischen Exporte zunächst stark zurückgegangen (2022: 96 Mio. EUR, was mit Rang 47 korrespondierte).

Anders als bei anderen Exportmärkten sind die Ausfuhren in die Ukraine nicht primär von Autos geprägt (Exportanteil über alle Länder: 41 Prozent, Ukraine: 13 Prozent), sondern stärker von Vorleistungsgütern wie Erzeugnissen aus den Bereichen:

  • Chemie & Pharma (13 Prozent)
  • Metallprodukte (12 Prozent)
  • Papier, Pappe & Holz (11 Prozent)
  • Nahrung & Genuss (10 Prozent).

Im 10-Jahres-Rückblick ist ein Bedeutungsverlust der Ukraine als Exportmarkt zu beobachten (2013: 192 Mio. EUR, Rang 31). Russland hat im Übrigen im gleichen Zeitraum noch massiver an Bedeutung verloren: Konnten sächsische Firmen 2013 noch Waren im Wert von 1,33 Mrd. EUR dorthin exportieren, was mit Rang 7 korrespondierte, waren es 2023 nur noch 213 Mio. EUR (Rang 35).

In umgekehrter Handelsrichtung ist die Ukraine als Importland für Sachsen wichtiger. 2023 wurden Waren im Wert von 201 Mio. EUR importiert, was hier mit Rang 29 korrespondierte. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat das Importgeschehen zwischen Sachsen und der Ukraine kräftig durcheinandergewirbelt. Der Wert der Einfuhren ist ausgehend vom Vor-Kriegs-Niveau (Ø 2017-2021: 94,9 Mio. EUR p.a.) sehr kräftig gestiegen auf jew. mehr als 200 Mio. EUR in den Jahren 2022 und 2023.

Allerdings war dieser Anstieg zu einem sehr großen Anteil preisgetrieben. Dies sieht man exemplarisch an den Einfuhren im Bereich Fahrzeuge und Zulieferprodukte für die Automobilindustrie: Obwohl sich die importierte Menge von 2021 auf 2022 „nur“ um knapp die Hälfte (+49 Prozent) erhöhte, hat sich der Importwert fast verdoppelt (+97 Prozent) und ist seither auf diesem hohen Niveau geblieben.

Regelrecht explodiert ist der Import von Agrarprodukten. Da die Ukraine aufgrund der Seeblockade durch Russland traditionelle Abnehmerländer in Afrika und im Nahen Osten nicht mehr bedienen konnte, landete ein Teil der Getreidelieferungen auf dem europäischen Markt. In Sachsen haben sich die Agrarimporte zwischen 2021 und 2022 folglich mehr als verfünffacht (von rund 7.800 t auf 42.200 t) und sind seither auf diesem Niveau geblieben.

In manchen Fällen kann die Bedeutung bestimmter Güter den mengen- oder wertmäßigen Umfang jedoch übersteigen. Dies zeigte sich sehr deutlich im Frühjahr 2022, als die sächsische Fahrzeugproduktion massive Einbußen hinnehmen musste, weil entscheidende Vorleistungsgüter aus der Ukraine fehlten (insbes. Kabelbäume). Dieses schwache Frühjahr 2022 ist im Übrigen auch ein Grund dafür, dass die sächsische Automobilindustrie trotz einem eher schwachen Jahr 2023 noch relativ hohe Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnte.