Die Mitgliederversammlung der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. (VSW) hat heute Nachmittag in Radebeul in geheimer Wahl Dr. Jörg Brückner (66) ohne Gegenstimmen als Arbeitgeberpräsidenten wiedergewählt. Dr. Jörg Brückner, der Geschäftsführender Gesellschafter der KWD Kupplungswerk Dresden GmbH ist, vertritt mit der Metall- und Elektroindustrie den größten Industriezweig im Freistaat und hat das Amt seit 01.01.2016 inne.
In seiner Rede vor der Mitgliederversammlung machte Dr. Brückner angesichts der aktuellen landespolitischen Situation und der sich abzeichnenden Diskussion um das Neuverschuldungsverbot sowie die künftigen Zuführungen zum Generationenfonds nochmals deutlich:
„Sachsens solide Finanzpolitik war das Markenzeichen der CDU und der Staatsregierungen seit Prof. Biedenkopf und Prof. Milbradt. Der Generationenfonds muss unangetastet bleiben, um Pensionslasten abzusichern und zukünftige Investitionen zu ermöglichen. Sachsen hat ein Ausgaben-, kein Einnahmeproblem und benötigt eine neue Prioritätensetzung durch einen Kassensturz. Es gelte nach wie vor: Hände weg von der sächsischen Verfassung!“
Zu den weiteren möglichen Vorhaben der neuen Minderheitskoalition aus CDU und SPD betonte Dr. Jörg Brückner:
„Die Tarifautonomie ist ein vom Grundgesetz geschütztes Gut. Staatliche Eingriffe zur Kompensation von Mitgliederverlusten der Gewerkschaften sind strikt abzulehnen. Ein ‚Tarifzwang durch die Hintertür‘, wie ihn manche Parteien fordern, ist unnötig und führt zu zusätzlicher Bürokratie. Das bestehende sächsische Vergabegesetz ist ausreichend, transparent und rechtssicher. Eine Novellierung ist völlig unnötig, da sie letztendlich zusätzliche Bürokratie schafft.
Das Arbeitskräftevolumen reicht nicht aus, um alle Anforderungen der Gesellschaft zu erfüllen. Die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ist sinnvoll, jedoch übernimmt sich der Freistaat, solange die grundlegenden Fragen auf Bundesebene ungeklärt bleiben. Das vom DGB und weiteren Organisationen geforderte Bildungsfreistellungsgesetz ist strikt abzulehnen, da es den Mangel verschärfen würde und mit unzumutbaren Kosten verbunden wäre. Dies gilt auch für Überlegungen, eine solche Maßnahme mit Steuermitteln zu finanzieren. Ehrenamt ist und bleibt Ehrenamt – wir benötigen eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, warum sich Bürger trotz eines historisch hohen Freizeitniveaus, bedingt auch durch Teilzeitarbeit, nicht stärker für das Gemeinwohl engagieren.“
Die Mitgliederversammlung bestätigte für eine weitere Amtszeit ebenfalls die Vizepräsidenten:
- Dr. Jutta Matreux – Werkleiterin der WACKER Chemie AG, Werk Nünchritz und Vertreterin des Arbeitgeberverbands Nordostchemie e.V.,
- Sven Meiselbach – Geschäftsführer der Thalheimer Transformatorenwerke GmbH und Vertreter des ZVEI Verband der Elektro- und Digitalindustrie e.V.,
- Joachim Otto – Geschäftsführender Gesellschafter der Franz Otto GmbH + Co. KG in Auerbach und Präsident des Handelsverbands Sachsen e.V. sowie
- Jürgen Rannacher – Vorstand der VSTR AG und Vertreter des Bauindustrieverbands Ost e.V. sowie des Unternehmensverbands Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V..
Neu als Vizepräsidenten gewählt wurden:
- Gregor Götz – Geschäftsführender Gesellschafter der Vowalon Beschichtung GmbH und Vertreter des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. und
- Torsten Krawczyk – Geschäftsführender Gesellschafter der Landgut Westewitz GbR und Präsident des Sächsischen Landesbauernverband e.V..
