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11. März 2025

Was Sachsens Schulsystem jetzt braucht: Unterrichtsausfall senken, Eigenverantwortung der Schulen stärken, Eltern in die Verantwortung nehmen und Bürokratie zurückdrängen

Zu den von der Sächsischen Staatsregierung diskutierten Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Kultusminister Clemens hat recht, wenn er heute sagt: ‚So wie es jetzt ist, darf es nicht weitergehen.‘ Die Misere an Sachsens Schulen hat viele Ursachen. Ohne eine ehrliche und breite Debatte darüber, wer welche Hausaufgaben zu erledigen hat, kann es nicht besser werden.

Das Ausmaß des Unterrichtsausfalls an Sachsens Schulen ist alarmierend hoch. Allein im ersten Schulhalbjahr 2024/2025 fielen planmäßig 8 Prozent des Unterrichts an Oberschulen aus, zusätzlich kamen 6,8 Prozent außerplanmäßiger Ausfall hinzu. Gerade in den MINT-Fächern ist dies fatal.

Oberstes politisches Ziel muss es sein, Lehrer vor die Schulklassen zu bringen. Vorfahrt für Lehrer bedeutet daher auch, dass ein Heer von Sozialpädagogen oder multiprofessionellen Teams gut ausgebildete Lehrkräfte nicht ersetzen kann. Deshalb ist es unumgänglich, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass das Arbeitsvermögen der Lehrer stärker als bisher in die Unterrichtsversorgung fließt. Es ist längst überfällig, Abordnungen in die Schulverwaltung sowie schulbezogene Anrechnungsstunden schulartübergreifend zurückzuführen und Anreize zu schaffen, damit mehr Lehrkräfte in Vollzeit arbeiten oder ihre Arbeitszeit ausweiten.

Ebenso ist klar, dass Schulen überfordert sind, wenn sie als gesellschaftlicher Reparaturbetrieb all das heilen sollen, was in manchen Elternhäusern unterbleibt. Weder pädagogisch noch finanziell ist es sinnvoll, wenn Lehrer nur noch im Tandem mit Sozialpädagogen unterrichten. Das kann und darf nicht der Weg sein.

Stattdessen müssen wir die Eigenverantwortung der Familien stärken. Lehrern und Schulleitern gebührt mehr Achtung – ihr Status als Respektspersonen darf nicht weiter erodieren. Zudem muss der bürokratische Ballast weg, der Schulen zunehmend zu Verwaltungsbehörden macht.

Genauso wenig sollten wir uns in die eigene Tasche lügen, indem wir Prüfungsstandards senken. Schließlich lernen wir in der Schule fürs Leben – und da gilt: Ohne Fleiß, kein Preis.“