Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März 155.767 Menschen in Sachsen arbeitslos – so viele wie zuletzt im März 2017.
Dazu erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:
„Die übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist in Sachsen ausgeblieben. Die Lage in den Unternehmen bleibt angespannt und die Perspektiven weiter sehr unsicher. Besonders alarmierend ist der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Im Januar 2026 waren in Sachsen rund 1.613.200 Menschen beschäftigt – 14.300 weniger als im Vormonat und 17.900 weniger als ein Jahr zuvor (minus 1,1 Prozent). Insbesondere unsere Industrie und die Bauwirtschaft stehen unter Druck.
Uns läuft die Zeit davon. Mehr denn je brauchen wir Mut zu strukturellen Reformen, um die Lethargie und Resignation zu durchbrechen. Dabei richtet sich unser Blick nicht nur auf die Bundespolitik, sondern auch auf unsere sächsischen Hausaufgaben.
Die Stellen im öffentlichen Dienst in Sachsen müssen der Entwicklung der Erwerbstätigen folgen. Das heißt: Rückbau auf 80.000 Stellen bis 2035. Der Freistaat Sachsen muss mit seinen Einnahmen auskommen. Das heißt für mich: Reformen statt neuer Schulden. Wir sind bereits nach Berlin das zweitgrößte Nehmerland im Länderfinanzausgleich. Unser Ministerpräsident hat vollkommen recht: ‚Wir müssen den übergriffigen Staat zurückführen‘ und Bürokratie abbauen.
Bislang blieben die Ankündigungen unserer Staatsregierung vage. Ich bin dankbar, dass Wirtschaftsminister Dirk Panter gestern einen Anfang mit konkreten Reformvorschlägen machte. Nun müssen seine Kabinettskollegen nachziehen, damit Vertrauen in die Reformfähigkeit unseres Staates zurückkehrt. Wir blicken auf entscheidende Wochen für die sächsische Landespolitik.“
